Chronik des Kirchenbezirkes Göppingen
Die Geschichte des neuapostolischen Kirchenbezirkes Göppingen ist untrennbar mit der Entwicklung der im Jahre 1901 gegründeten neuapostolischen Kirchengemeinde Göppingen verbunden.
Ausgehend von der Göppinger Kirchengemeinde waren zwischen 1920 und 1923 im Raum Göppingen eigenständige neuapostolische Kirchengemeinden in Hattenhofen (1920), Eislingen (1921), Reichenbach/Fils (1922), Adelberg (1922) und Boll (1923) entstanden. Am 6.Oktober 1923 ordinierte der zuständige Apostel Karl Gutbrod den Göppinger Gemeindevorsteher Georg Schuster zum Bezirksältesten und den ebenfalls in Göppingen wohnhaften Adolf Schittenhelm zum Bezirksevangelisten. Gleichzeitig ordnete er die von Göppingen aus gegründeten Gemeinden zum selbstständigen Ältestenbezirk Göppingen.
In den darauffolgenden Jahren konnten in rascher Folge weitere eigenständige neuapostolische Kirchengemeinden gegründet werden:
- Albershausen und Maitis 1924
- Schlat 1927
- Uhingen 1930
- Göppingen-Faurndau 1931
de im Raum Göppingen, zählte der Kirchenbezirk bereits 714 Mitglieder, die von insgesamt 22 Amtsträgern seelsorgerisch betreut wurden.
Nach dem Heimgang des Bezirksältesten Georg Schuster im Jahre 1938 wurde Bezirksevangelist Adolf Schittenhelm die Leitung des Kirchenbezirkes Göppingen übertragen. Er führte den Bezirk mit Umsicht durch die schwierigen Kriegs- und Nachkriegszeit hindurch, bis er 1953 altersbedingt in Ruhestand trat. Mit Baltmannsweiler und Ebersbach (1933), Wangen (1940), Birenbach und Süßen (1947), Heiningen (1948), Börtlingen und Hochdorf (1950) sowie Uhingen-Nassach (1952) waren während seiner Zeit als Bezirksvorsteher weitere Gemeinden entstanden, so dass der neuapostolische Kirchenbezirk Göppingen 1953 insgesamt 21 eigenständige Kirchengemeinden zählte. 1955 kamen eigene Kirchengemeinden in Göppingen-Holzheim und Göppingen-Jebenhausen, 1956 die neuapostolische Kirchengemeinde in Göppingen-Bartenbach hinzu.
Nachdem knapp ein Jahr lang der spätere langjährige Bischof Walter Müller als Bezirksvorsteher tätig gewesen war, wurde 1954 dem Bezirksältesten Kurt Hepp die Leitung des Kirchenbezirkes Göppingen übertragen. Erstmals seit seiner Gründung im Jahre 1923 erhielt der Kirchenbezirk damit einen Bezirksvorsteher, der ausschließlich auf Bezirksebene tätig war. Die bisherigen Bezirksvorsteher waren stets auch gleichzeitig als Vorsteher der neuapostolischen Kirchengemeinde Göppingen tätig gewesen. Unterstützt wurde Bezirksältester Hepp in seiner Arbeit im Bezirk von 1955 bis 1963 durch Bezirksevangelist Willi Rempp, ab 1963 durch den Bezirksevangelisten Emil Schittenhelm.
Bis 1961 war der neuapostolische Kirchenbezirk Göppingen auf insgesamt 1971 Mitglieder angewachsen, die von insgesamt 107 Amtsträgern betreut wurden.
1966 verzog Bezirksvorsteher Kurt Hepp nach Stuttgart; zu seinem Nachfolger ordinierte der zuständige Bezirksapostel Ernst Streckeisen Emil Schittenhelm, zu seinem Stellvertreter den Bezirksevangelisten Kurt Weißenberger (beide aus Göppingen).
Seit 1971 werden in Göppingen und Umgebung Gottesdienste für Menschen anderer Muttersprachen angeboten, zunächst für italienische und rumänische Mitbürger. Im Laufe der Jahre kamen je nach Bedarf fremdsprachige Gottesdienste bzw. Simultanübersetzungen der Gottesdienste in Englisch, Französisch, Persisch, Polnisch, Serbokroatisch, Türkisch und Vietnamesisch hinzu. Gegenwärtig finden in Ebersbach regelmäßig an zwei Sonntagen im Monat Gottesdienste in italienischer Sprache statt, in Göppingen einmal monatlich Simultanübersetzungen der Gottesdienste in die russische Sprache.
1981 trat Bezirksältester Emil Schittenhelm nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand; als sein Nachfolger wurde Kurt Weißenberger bestimmt, als neuer Bezirksevangelist Artur Raff (ebenfalls Göppingen).
Der Kirchenbezirk Göppingen umfasste auf Grund seiner stark ländlich geprägten Struktur eine Reihe verhältnismäßig kleiner Kirchengemeinden. Im Laufe der Jahre hatte sich deren Mitgliederzahl und die Zahl der dort tätigen Amtsträger insbesondere durch Wegzüge teilweise deutlich verringert; zum Teil fanden die Gottesdienste auch noch in Wohngebäuden statt, die nicht mehr den heutigen Anforderungen an zweckentsprechende Kirchengebäude entsprachen. Aus diesen Gründen, aber auch um weiterhin die notwendige seelsorgerische Betreuung in allen Gemeinden sicherzustellen, wurden deshalb in den letzten Jahren folgende, bis dahin eigenständige Kirchengemeinden in benachbarte größere Gemeinden integriert:
- Birenbach und Göppingen-Jebenhausen in die Kirchengemeinde Göppingen
- Schlat in die Kirchengemeinde Göppingen-Holzheim
- Börtlingen in die Kirchengemeinde Adelberg
- Wangen in die Kirchengemeinden Göppingen und Adelberg
Im Jahre 1990 wurden die bisher zum neuapostolischen Kirchenbezirk Göppingen zählenden Kirchengemeinden Reichenbach/Fils und Baltmannsweiler dem Kirchenbezirk Esslingen zugeordnet. Geografisch erstreckt sich der Kirchenbezirk Göppingen heute von Göppingen-Maitis bis Boll und von Süßen bis Ebersbach/Fils.
Zu Beginn des Jahres 2006 zählte der Kirchenbezirk 1774 Mitglieder in 16 Kirchengemeinden, die von insgesamt 115 ehrenamtlich tätigen Amtsträgern seelsorgerisch betreut wurden. Bezirksvorsteher ist seit 1993 Bezirksältester Dietmar Heim aus Göppingen, der seit 1998 von den Bezirksevangelisten Volker Kölle aus Göppingen und Joachim Raff aus Ebersbach unterstützt wird.
Neben den regelmäßig in allen Kirchengemeinden durchgeführten Gottesdiensten werden gemeindeintern und gemeindeübergreifend eine Reihe von zielgruppenspezifischen Veranstaltungen und Aktivitäten angeboten. Einige Beispiele:
- Kinder- und Jugendfreizeiten
- Gemeindechöre, Jugendchor, Männerchor, Italienischer Chor, Orchester und Instrumentalgruppen
- Seniorennachmittage und –ausflüge
- Familientreffen für Jung und Alt
- Musiknachmittage für Kinder
- Jugendgottesdienste und Jugendabende, Jugendausflüge und spezielle Kinder- und Jugendaktivitäten (z.B. Skiausfahrten, Wasserskifahren, Nachtwanderungen, Hüttenabende, Spielenachmittage)
- Unterrichte für Kleinkinder, Sonntagsschule, Religions- und Konfirmandenunterrichte
- Elternabende, Elterngesprächskreise
- Seminare, Besprechungen und Erfahrungsaustausche der Amtsträger, Lehrkräfte, Jugendbeauftragten, Dirigenten und Organisten
- Gemeindefeste und –ausflüge, Weihnachtsfeiern




